Zu Beginn seiner Predigt stellte der Apostel die Dankbarkeit aller Christen zum Erntedank für die Gaben Gottes in den Mittelpunkt. Dabei forderte er dazu auf, den Blick auf den Ursprung zu lenken – auf Gott als den Schöpfer. In der Rückschau eines Jeden würde es immer Dinge geben, die gelungen sind und wofür man Dankbarkeit empfinde. Daneben stünden jedoch auch Situationen mit Kummer und Sorgen. Der Apostel regte an, dabei nicht stehen zu bleiben, sondern auf Gott den Schöpfer als den Geber zu schauen, dankbar dafür zu sein, ihn zu haben und eine innige Beziehung zu ihm pflegen zu können.
Des Weiteren wies er darauf hin, Gottes Schöpfung aus dem Motiv der Dankbarkeit heraus zu bewahren, ein Jeder an seinem Platz. Dies stehe nicht im Widerspruch zur Sehnsucht nach einer himmlischen Zukunft, einem neuen Himmel und einer neuen Erde. (vgl. 2. Petrus 3.13) Gottes Schöpfung sei sein Geschenk an uns Menschen, welches es zu achten gilt. Dem entgegen stehe das mangelnde Interesse an Gottes Schöpfung, verbunden mit rücksichtslosem Streben nach Komfort und Profit.
Abschließend verwies der Apostel auf Jesus Christus als den Erstgeborenen der neuen Schöpfung, welcher für uns Vorbild und Ansporn sei, in sein Wesen hineinzuwachsen und die neue Kreatur zu entwickeln, auch sie als eine Schöpfung Gottes zu betrachten und achten.
Nach seinem Dienen bat der Apostel Bischof Thomas Cramer um eine Predigtzugabe. Dieser betonte die Dankbarkeit über den Nächsten in der Gemeinde, der einem Jeden ein Wegbegleiter unter Unterstützer auf seinem Glaubensweg sein möge.
Danach trat Hirte Andreas Lutz das letzte Mal vor seiner Ruhesetzung an den Altar und dankte der Gemeinde für alle Unterstützung und Mitarbeit in den vielen Jahren seiner Amtstätigkeit. Auch er verwies auf die Gemeinschaft einer Gemeinde, die demjenigen, der wenig Anlass zum Danken habe, eine Hilfe und Stütze ist und lenkte den Blick auf das Ziel, welches uns immer wieder Kraft in schweren Zeiten geben möge.
Der weitere Verlauf des Gottesdienstes war von mehreren Handlungen geprägt: Zunächst spendete der Apostel das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls wurden Hirte Andreas Lutz und Priester Lutz Hennig in den Ruhestand versetzt. Der Apostel dankte den Amtsbrüdern – beide seit 1979 im Amt – und ihren Frauen für den jahrzehntelangen, vielfältigen Einsatz und ihre Treue. Als neuen Vorsteher beauftragte der Apostel den Evangelisten Gerald Jokel, ernannte Priester Philipp Berger zu dessen Vertreter und ordinierte zwei weitere Priesterinnen für die Gemeinde.
Mit einem Dankeschön richtete sich eine bewegte Gemeinde zum Abschluss des Gottesdienstes an den bisherigen Vorsteher und seine Frau und würdigte ihren hingebungsvollen Einsatz in den letzten Jahrzehnten.
Den abschließenden musikalischen Schlusspunkt dieses in vieler Hinsicht bedeutenden Erntedanktages setzten Chor und Orgel mit „Die Himmel rühmen“ von Ludwig von Beethoven.
Neuapostolische Kirche