Der Sonntag nach Pfingsten steht im Zeichen der Dreifaltigkeit Gottes - Vater, Sohn und Heiliger Geist, welche von jeher bestand, jedoch mit dem Pfingstfest und der Ausgießung der Heiligen Geistes in dieser Dreieinigkeit offenbar wurde. In Bezug darauf betonte der Apostel den Aspekt der Beziehung Gottes in diesen drei Personen. Diese Wir-Form komme schon im Schöpfungsbericht zum Ausdruck (vgl. Mose 1, 26). Auch zu uns als seinen Geschöpfen will Gott in Beziehung stehen und darum gilt es, diese Verbindung zu pflegen, vor allem in der Form des Gebetes. Dazu zählt das Gebet des ‚Vaterunser‘ mit dem Ausspruch ‚Dein Wille geschehe‘.
Der Wille Gottes ist letztlich das Heil für alle Menschen; er hat Gedanken des Friedens und nicht des Leidens mit uns, so der Apostel (vgl. Jeremia 29,11). Dass der Weg so manches Leid beinhalten kann, hat Jesu Leidensweg vorgezeigt, welcher jedoch durch die Leiden zum Sieg führte. Den Liebes-Willen Gottes zu erkennen, ist eine immerwährende Aufgabe in unserer Beziehung zu Gott.
Den zitierten Bibelvers aus Überzeugung zu beten ist schließlich Ausdruck in das Vertrauen zu Gott und seinem Wirken, gerade dann, wenn unsere Vorstellungen, Wünsche und Pläne enttäuscht werden. Der Apostel rief die Gemeinde dazu auf, im Sinne des Evangeliums zu wirken und zu schaffen, seinen eigenen Willen, im Vertrauen auf Gott, mit einer inneren Gelassenheit in die Hand Gottes zu legen. Das sei ein Zeichen einer guten Beziehung zum dreieinigen Gott.
Vor seiner Inruhesetzung trat Evangelist Rüdiger von Bornstädt ein letztes Mal vor die Gemeinde und stellte den Dank im Rückblick auf seine seit 1977 währende Amtstätigkeit in den Mittelpunkt des Dienens.
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes spendete der Apostel das Sakrament der Heiligen Versiegelung, verabschiedete den Evangelisten in den Ruhestand und ordinierte zwei Diakoninnen.
Mit „Lob, Ehr und Dank“ von Johann Sebastian Bach klang dieser besondere Festgottesdienst feierlich aus.
Neuapostolische Kirche