Interview mit IJT-Botschafterin

Liebe Anna, bevor wir auf den zurückliegenden Jugendtag zu sprechen kommen, zunächst ein Blick auf deine vorhergehende Tätigkeit als IJT-Botschafterin. Wie ist es dazu gekommen und was war deine Aufgabe?

Der Gedanke, die Jugendlichen von Jugendlichen zum Internationalen Jugendtag einladen zu lassen, entstand im Vorfeld innerhalb des Planungsstabs – einem Gremium mit überwiegend älteren Amtsbrüdern –   zur Vorbereitung des Großereignisses. Unser Auftrag war in erster Linie, die Jugendlichen zur Teilnahme am Jugendtag zu motivieren. Und so wurde ich gefragt, als eine von zwei IJT-Botschaftern für die Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland innerhalb und außerhalb der Gebietskirche in den Gemeinden und Jugendkreisen für die Teilnahme am IJT zu werben, Gesprächskreise und Workshops zu leiten, Ideen für mögliche Spendenaktionen weiterzugeben usw. Das bedeutete natürlich viel Arbeit und Zeit, aber ich habe es geliebt, jedes Wochenende (insgesamt 30!) woanders hinzufahren. Es hat mir unglaublich viel Spaß und Freude gemacht und ich würde es immer wieder tun. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, wie ich in die Aufgabe immer mehr hineingewachsen und mit ihr gewachsen bin. Als eine der jüngsten von insgesamt 19 Botschaftern, welche teils berufliche Erfahrung auf dem Gebiet mit einbrachten, fühlte ich mich am Anfang teilweise ziemlich klein. Schließlich bin ich der Meinung, dass mich die Aufgabe auch verändert und meinen Glauben gestärkt hat.

Natürlich haben die Jugendlichen nach dem IJT von vielen schönen Momenten berichtet. Was war für dich der emotionalste Augenblick?

Der Höhepunkt des IJTs war der Abschlussgottesdienst am Sonntag mit unserem Stammapostel. Als Botschafterin durfte ich die Gruppe der körperlich und geistig Behinderten begleiten, welche in diesem Gottesdienst in der Arena in unmittelbarer Nähe zum Altar Platz nehmen durften. Die innere Bewegung dieser Menschen im Gottesdienst zu spüren, zu sehen und zu erleben hat mich tief beeindruckt.

Es gab dann noch einen weiteren emotionalen Höhepunkt, auch wenn er erst eine Woche später stattfand: ich bekam in letzter Minute noch ein Ticket für den Pfingstgottesdienst in Goslar, wonach sich der Stammapostel im Anschluss persönlich bei mir für die Arbeit als Botschafterin bedankte, mich umarmte und ich vor der Abreise noch ein gemeinsames Foto mit ihm und allen Bezirksaposteln machen konnte. Das werde ich wohl nicht mehr vergessen.

Was hat dich auf dem Jugendtag am meisten überrascht?

Das war das Interview mit Tilo Wolff, Sänger der Band Lacrimosa, deren Musikstil der Gothic-Szene zuzuordnen ist. Zu erfahren, dass er auch als Priester in einer Schweizer Gemeinde tätig ist, hat mich schon sehr überrascht und fasziniert.

Welches waren deine interessantesten Begegnungen?

Dazu zählen auf jeden Fall die Begegnung mit Tilo Wolff, dann die mit den Bezirksaposteln Tshisekedi aus dem Kongo und Woll aus Kanada, mit Marcel Felde – einem Fotografen des Stammapostels und natürlich die mit den übrigen IJT-Botschaftern.

Was denkst du, wird für dich vom Jugendtag in der Zukunft nachwirken?

Ich hoffe und wünsche mir, die Erinnerungen und die Begeisterung so gut als möglich festhalten zu können und stolz und dankbar zu sein, dabei gewesen zu sein. Ich bin gerade dabei, ein Album der IJT-Botschafter anzulegen – das möchte ich später meinen Kindern zeigen. Eine der Botschafterinnen, Lucy aus Norwegen, wird mich Anfang Juli für 10 Tage besuchen kommen. Darauf freue ich mich schon sehr.

Was ist dein Wunsch an die Jugend?

Mein Wunsch ist, dass sie sich für Gott engagieren und dass die Begeisterung des Jugendtages auch auf die Gemeinden übergeht. Dazu soll auch ein besonderer IJT-Nachbereitungs-Gottesdienst im September in unserer Gemeinde beitragen.