Ein reines Herz - Gottesdienst zum Buß- und Bettag mit Bischof Matthes

Zum diesjährigen Buß- und Bettag, dem 21.11.18, besuchte Bischof Thomas Matthes die Gemeinde Wernigerode und diente mit dem Psalmwort Davids: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen beständigen Geist.“ (Psalm 51,12)

Der Bischof ging zunächst auf das Chorlied „Ich komme vor dein Angesicht“ ein und betonte die Möglichkeit des Menschen, vor Gottes Angesicht treten zu dürfen – ob an diesem Feiertag im Besonderen oder in einem jeglichen Gebet, ob mit Schuld und Sünde beladen. Dabei gelte es, eine innere Einkehr zu suchen und den Fokus auf die eigene Seele zu richten. Gott möchte in der Stille etwas in unserer Seele schaffen, dazu wollen wir innehalten. Wie im Bibelwort zu lesen ist, bat David um ein reines Herz, nachdem ihm durch den Propheten Nathan vor Augen geführt wurde, dass er eine große Sünde begangen habe. David versuchte nicht, sich durch Erklärungen oder Ausreden zu rechtfertigen. In diesem Zusammenhang rief der Bischof dazu auf, von David zu lernen, uns nicht mit Ausflüchten herausreden zu wollen, wenn klar ist, vor Gott gesündigt zu haben. David bat um Gnade, welche ihm Gott auch gewährte, er erließ ihm jedoch nicht die Konsequenzen seines Handelns. So möge auch uns bewusst sein, dass Gott uns nicht manche unangenehmen Folgen unseres Handelns ersparen kann, wir uns aber dennoch seiner Liebe, Gnade und Güte gewiss sein können. An dieser Grundbeziehung ändere sich nichts – Gott schenkt uns weiterhin sein Heil. Dies setze jedoch den Glauben an Gottes Heil voraus. Gott ist derjenige und auch der Einzige, der ein reines Herz schaffen könne. Das Herz ist der Ort, wo der Mensch seine grundlegenden und wesentlichen (Herzens-)Entscheidungen träfe. Dieser Ort müsse rein und sauber sein.

Abschließend rief der Bischof erneut dazu auf, den diesjährigen Buß- und Bettag als besonderen Impuls zu verstehen, sich – wie David – sündig zu bekennen und nicht in Ausflüchten zu verlieren, sondern demütig vor Gott Reue zu zeigen, um von ihm Gnade empfangen zu können.